
Für die Welt erbaut,
für die Welt erhalten.
28. Oktober 1965
Willi Daume gewinnt Hans-Jochen Vogel für seine Vision von Olympia in München.
Willi Daume, damals Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, ist ein Mann mit einer Vision. Und er braucht Hans-Jochen Vogel, um diese umsetzen zu können. Also steht er an diesem Donnerstag im Oktober 1965 im Büro des Münchner Oberbürgermeisters und macht ihm einen Vorschlag, der die Landeshauptstadt grundlegend verändern wird: München soll sich für die Olympischen Spiele bewerben. Obwohl sich die beiden Männer bisher noch nie getroffen haben, willigt Vogel nach kurzer Bedenkzeit ein. Innerhalb von nur zwei Monaten holen die beiden nicht nur die Zustimmung von Landtag, Bundestag und Stadtrat ein, sondern entwickeln auch ein bis heute revolutionäres Konzept für die „heiteren Spiele“ 1972.
30. Dezember 1965
Die Bewerbung aus München wird beim IOC eingereicht.
Obwohl mehrere andere Städte eine Fristverlängerung bis Ende Januar bewirkt haben, liegt die Bewerbung aus München bereits einen Tag vor dem ursprünglichen Bewerbungsschluss am 31. Dezember auf dem Schreibtisch des Internationanlen Olympischen Komitees (IOC) - knapp zwei Monate nach dem ersten Gespräch zwischen Willi Daume und Hans-Jochen Vogel.
26. April 1966
Mit einem revolutionären Konzept holen Willi Daume und Hans-Jochen Vogel die Olympischen Spiele 1972 nach München.
Man könnte meinen, dass München chancenlos ist gegen die anderen Bewerber Madrid, Montreal und Detroit: Als „Hauptstadt der Bewegung“ trägt es ein schweres Erbe aus dem Nationalsozialismus und es fehlen geeigneten Sportstätten. Aber genau diese beiden Aspekte sind letztendlich die Grundlage für den Erfolg Münchens.
Statt auf monumentale Anlagen setzt man auf ein zentrales Olympiagelände im Grünen, das auf dem Oberwiesenfeld nach modernsten Standards entstehen soll und nach den Spielen für die Bevölkerung zur Verfügung steht. Es sollen „heitere Spiele“ sein, in einem offenen, demokratischen Park, begleitet durch ein breit gefächertes Kunst- und Kulturprogramm. Mit 31 von 61 Stimmen kann sich München bereits im zweiten Wahlgang durchsetzen und das IOC gibt Deutschland damit die Chance, sich in einem neuen Licht zu präsentieren: friedlich, demokratisch, weltoffen.
26. April 1966
Die »Olympische Landschaft« des Architekturbüros Behnisch & Partner gewinnt den Ideenwettbewerb für die neuen Sportstätten auf dem Oberwiesenfeld.
Genial, aber möglicherweise nicht baubar - so lautet das erste Fazit der Jury zu dem tollkühnen Entwurf der Agentur Behnisch & Partner, der die heute ikonische Zeltdachkonstruktion in einem Architekturmodell tatsächlich mithilfe eines Damenstrumpfs darstellt. Zwar hatte der Architekt Frei Otto mit dem als Zelt konstruierten deutschen Pavillon bei der Expo 1967 in Montreal eine Vorlage geliefert, in der für München vorgeschlagenen Größenordnung bedeutet das Zeltdach für die Olympischen Spielstätten trotzdem ein kaum kalkulierbares Risiko.
Am Ende siegt jedoch die Begeisterung für diesen mutigen Entwurf. Durch seine offene und naturnahe Gestaltung transportiert er genau die demokratischen Werte, für die man mit den Spielen 1972 in München stehen will - Behnisch & Partner erhalten den Zuschlag und gewinnen wenig später auch Frei Otto als Berater für die Umsetzung des Entwurfs.
Der Olympiapark und die Spielstätten entstehen auf dem Oberwiesenfeld.
Bis Juni 1968 hatten sich die Diskussionen um das Zeltdach hingezogen; immer wieder hatte es Bedenken gegeben, ob der waghalsige Entwurf tatsächlich umsetzbar sei. Mit der Unterstützung durch das Ingenieurbüro von Fritz Leonhardt und der Beratung von Frei Otto konnte jedoch eine überzeugende Lösung gefunden werden, auf die man setzen wollte. Die Projektleitung übernehmen der damals erst 35-jährige Fritz Auer von Behnisch & Partner und Jörg Schlaich vom Ingenieurbüro Leonhardt & Andrä.
Die Überlegungen, ob das Dach tatsächlich transparent sein kann oder doch lieber aus Holz bestehen soll, ziehen sich jedoch bis in den Juli 1970. In der Zwischenzeit laufen Erdanschüttungen und Rohbauarbeiten, die das Oberwiesenfeld als ehemaligen Flugplatz und Kasernenstandort mit seinem gigantischen Schuttberg aus Kriegstrümmern in eine modellierte Parklandschaft nach „menschlichem Maßstab“ verwandeln.
Unter dem revolutionären Motto „Olympische Spiele im Grünen“ werden die Sportstätten innerhalb einer Grünanlage errichtet. Dabei werden ökologische Gesichtspunkte werden erstmals bei einem derartigen Bauvorhaben berücksichtigt. Architektur und Landschaft verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk.Mit der Gestaltung des Parks wurde der Landschaftsarchitekt Günther Grzimek beauftragt. Auch die Grünplanung sollte nun „demokratisch“ werden.
Neben der weitläufigen Parkanlage mit Olympiastadion, Olympiahalle, Schwimmhalle und Radstadion entstehen auch das Olympische Dorf sowie ein Trainings- und Vorbereitungszentrum. Die bereits vorhandene Eissporthalle und der Olympiaturm werden in das Ensemble integriert. Eine langfristige Nachnutzung ist dabei von Anfang an vorgesehen.
13. Oktober 1967
Die "Olympische Landschaft" des Architekturbüros Behnisch & Partner gewinnt den Ideenwettbewerb für die neuen Sportstätten auf dem Oberwiesenfeld.
Genial, aber möglicherweise nicht baubar - so lautet das erste Fazit der Jury zu dem tollkühnen Entwurf der Agentur Behnisch & Partner, der die heute ikonische Zeltdachkonstruktion in einem Architekturmodell tatsächlich mithilfe eines Damenstrumpfs darstellt. Zwar hatte der Architekt Frei Otto mit dem als Zelt konstruierten deutschen Pavillon bei der Expo 1967 in Montreal eine Vorlage geliefert, in der für München vorgeschlagenen Größenordnung bedeutet das Zeltdach für die Olympischen Spielstätten trotzdem ein kaum kalkulierbares Risiko. Am Ende siegt jedoch die Begeisterung für diesen mutigen Entwurf. Durch seine offene und naturnahe Gestaltung transportiert er genau die demokratischen Werte, für die man mit den Spielen 1972 in München stehen will - Behnisch & Partner erhalten den Zuschlag und gewinnen wenig später auch Frei Otto als Berater für die Umsetzung des Entwurfs.
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Martien 19
1968 – 1972
Der Olympiapark und die Spielstätten entstehen auf dem Oberwiesenfeld.
Bis Juni 1968 hatten sich die Diskussionen um das Zeltdach hingezogen; immer wieder hatte es Bedenken gegeben, ob der waghalsige Entwurf tatsächlich umsetzbar sei. Mit der Unterstützung durch das Ingenieurbüro von Fritz Leonhardt und der Beratung von Frei Otto konnte jedoch eine überzeugende Lösung gefunden werden, auf die man setzen wollte. Die Projektleitung übernehmen der damals erst 35-jährige Fritz Auer von Behnisch & Partner und Jörg Schlaich vom Ingenieurbüro Leonhardt & Andrä.
Die Überlegungen, ob das Dach tatsächlich transparent sein kann oder doch lieber aus Holz bestehen soll, ziehen sich jedoch bis in den Juli 1970. In der Zwischenzeit laufen Erdanschüttungen und Rohbauarbeiten, die das Oberwiesenfeld als ehemaligen Flugplatz und Kasernenstandort mit seinem gigantischen Schuttberg aus Kriegstrümmern in eine modellierte Parklandschaft nach „menschlichem Maßstab“ verwandeln.
Unter dem revolutionären Motto „Olympische Spiele im Grünen“ werden die Sportstätten innerhalb einer Grünanlage errichtet. Dabei werden ökologische Gesichtspunkte werden erstmals bei einem derartigen Bauvorhaben berücksichtigt. Architektur und Landschaft verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk.Mit der Gestaltung des Parks wurde der Landschaftsarchitekt Günther Grzimek beauftragt. Auch die Grünplanung sollte nun „demokratisch“ werden.
Neben der weitläufigen Parkanlage mit Olympiastadion, Olympiahalle, Schwimmhalle und Radstadion entstehen auch das Olympische Dorf sowie ein Trainings- und Vorbereitungszentrum. Die bereits vorhandene Eissporthalle und der Olympiaturm werden in das Ensemble integriert. Eine langfristige Nachnutzung ist dabei von Anfang an vorgesehen.
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© Martien 19
26. August - 11. September 1972
Die Olympischen Sommerspiele werden in München ausgetragen.
Heitere Spiele sollten es werden, die das Bild Deutschlands in der Welt verändern und die Gäste aus aller Welt mit offenen Armen willkommen heißen. Das gesamte Designkonzept der Veranstaltung ist darauf ausgerichtet – angefangen von dem durch Hügel und verschlungene Wege geprägten Olympiapark, über das scheinbar schwebende Zeltdach der Sportstätten, die an der Regenbogenpalette orientierten Farben, die universell verständlichen Piktogramme von Otl Aicher bis hin zu den farbenfrohen Uniformen des Personals einschließlich Polizei.
Und tatsächlich befinden sich alle Beteiligten 10 Tage lang wie im Freudentaumel.
Am 5. September reißt das grausame Attentat auf die israelische Mannschaft eine klaffende Wunde in die bis dahin so unbekümmerte Atmosphäre und lässt uns bis heute fassungslos zurück.
Markus Weinkopf / Olympia München ’72

Günther Grzimek
Landschaftsarchitekt
»Der Olympiapark war immer als ein humaner Gebrauchsgegenstand für eine demokratische Gesellschaft gedacht. Im Grünen dieses Parks sollen die Stadtbewohner und die Gäste der Stadt spielen und sich wohlfühlen.«
Oktober 2010
Der Münchner Stadtrat beschließt eine Rahmenplanung für den Olympiapark.
Unter der Überschrift „Perspektiven für den Olympiapark München“ dient diese Planung als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung des denkmalgeschützten Parks. Ziel ist es nicht nur, „die herausragenden Qualitäten des Olympiaparks und die Schönheit dieser einzigartigen Landschaft langfristig zu sichern“, sondern auch neue Grünflächen zu schaffen, die Anbindung an die umliegenden Stadtteile zu verbessern und nicht-kommerzielle Angebote für verschiedene Altersgruppen zu fördern.
2013
Die Idee vom Welterbe entsteht.
Zu Beginn ist es die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft Olympiadorf e. V., die sich für die Aufnahme des Olympiaparks in die Welterbeliste engagiert.
2013
Die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft Olympisches Dorf e.V. wird gegründet.
Von der heute fast flächendeckenden Begrünung des Olympischen Dorfes ist nach Ende der Spiele noch nicht viel zu sehen. Stattdessen viel Beton mit Farbtupfern wie z.B. die sogenannten Medialinien, einem integrierten 1,6 km langem Orientierungs- und Leitsystem. Außerdem ist der Quadratmeterpreis mit durchschnittlich 1875 D-Mark um 600 D-Mark höher, als ursprünglich geplant. Trotzdem beleben schon kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele neue Bewohner das Olympische Dorf. Bis heute ist es eine der beliebtesten Wohngegenden Münchens und belegt eindrücklich die erfolgreiche Nachnutzung des gesamten olympischen Areals.


2015
Der Olympiapark erhält ein „Gestaltungshandbuch“
Was macht das Design des Olympiaparks heute so unverwechselbar und ikonisch? Dieser Frage ging die Projektgemeinschaft stauss processform / Auer Weber Assoziierte GmbH auf den Grund, als sie von der Stadt München mit einem Gestaltungshandbuch für das denkmalgeschützte Ensemble beauftragt wurde. Das Ergebnis ist selbst ein kleines Kunstwerk und - typisch Olympiapark - selbstverständlich für die Öffentlichkeit jederzeit einsehbar. 21 Konstanten wie z.B. Farbe und Architektur, aber auch Demokratie und Internationalität werden in dem Handbuch festgehalten . Sie gelten heute als Leitfaden für gestalterische Aufgaben im Olympiapark.
04. März 2016
ÖDP und DIE LINKE stellen einen Antrag zur Bewerbung des Olympiaparks als UNESCO-Welterbe.
„Der Olympiapark ist ein einzigartiges Ensemble, das die Aufnahmekriterien in die Welterbeliste der UNESCO in herausragender Weise erfüllt“, so der Antrag. Nach der Einreichung im Stadtrat wird der Antrag durch das Wirtschaftsreferat behandelt.
26. April 2016
Der Verein „Aktion Welterbe Olympiapark“ wird gegründet.
Der Regisseur Gert Pfafferodt war Assistent von August Everding, als dieser während der Olympischen Spiele für das kulturelle Rahmenprogramm im Stadion verantwortlich war. Als Hans-Jochen Vogel, der als Oberbürgermeister die Olympischen Spiele nach München geholt hatte, ihm von der Idee eines Vereins zu Unterstützung des Welterbeantrags erzählt, zögert Pfafferodt nicht lange. Er nimmt diesen Impuls auf und gründet den Verein, der das Anliegen in Politik und Öffentlichkeit einbringt.
Juni 2016
In einer Petition an den Stadtrat befürwortet die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft e. V. die UNESCO-Welterbebewerbung für den Olympiapark.
27. November 2016
Der Verein Aktion Welterbe Olympiapark präsentiert sich der Öffentlichkeit.
Mit einer Matinee im Volkstheater unter dem Titel „Ein Dach der Welt – Warum der Olympiapark den Ehrentitel Weltkulturerbe braucht“ stellt sich der Verein der Öffentlichkeit vor. Als erster Redner erzählt Alt-Oberbürgermeister und Schirmherr des Vereins Hans-Jochen Vogel von der verrückten Idee aus dem Jahr 1965, die Olympischen Spiele nach München zu holen. Für ihn und die weiteren Redner ist die Aufnahme des Olympiaparks in die Welterbeliste längst überfällig, ist das Ensemble doch von allerhöchstem Rang in der Architektur und Landschaftsgestaltung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als weitere prominente Unterstützer sind unter anderem der Literat Gert Heidenreich, der Schauspieler Michael Lerchenberg und die Wellküren mit dabei.

28. November 2017
Stadtrats-Hearing zum Antrag von Die Linke und ÖDP
Vor 45 Jahren hatte er seinen Platz im Münchner Rathaus geräumt, und als nun 91-Jähriger nimmt er nur noch wenige Termine in der Öffentlichkeit wahr. Doch heute lässt es sich Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel nicht nehmen, nochmals in den großen Sitzungsaal des Münchner Rathauses zurückzukehren. Als Schirmherr des Vereins „Aktion Welterbe Olympiapark“ möchte er sich dort persönlich dafür aussprechen, den Olympiapark als Welterbe vorzuschlagen. Um sich über dieses Thema auszutauschen, sind Fachleute aus den Bereichen Denkmalschutz, Architektur, Stadtplanung und Politik an diesem Tag zusammengekommen. Der Stadtrat soll in Kürze beschließen, ob die Bewerbung angestrebt und die entsprechenden Unterlagen durch das Planungsreferat ausgearbeitet werden sollen. Die große Bedeutung des Olympiaparks bestreitet dabei niemand, doch man möchte vor allem vermeiden, dass der Park zu einem Museum wird.
April 2018
Der Münchner Stadtrat stimmt für die Bewerbung des Olympiaparks als UNESCO-Welterbe.
Vor zwei Jahren noch hatte die Skepsis überwogen. Am 18. April aber spricht sich eine breite Mehrheit innerhalb einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses für die Bewerbung aus. Am 25. April stimmt auch die Vollversammlung des Stadtrats in einem parteiübergreifenden Konsens zu. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird mit der Vorbereitung der Beantragung beauftragt.
Oktober 2019
Die Vorbewerbung wird beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst eingereicht.
Damit gibt die Stadt München unter Oberbürgermeister Dieter Reiter den Staffelstab an den Freistaat weiter: Nach Evaluierung durch einen Expertenrat wird der Bayerischen Ministerrat darüber entscheiden, ob er den Antrag bei der Kultusministerkonferenz des Bundes einreicht.
November 2019
ICOMOS-Tagung „Das Erbe der Olympischen Spiele der Neuzeit. Historische Sportstätten zwischen Konservierung und Konversion“
ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmäler und historische Stätten) ist eine NGO, die sich weltweit für die Erhaltung und den Schutz des architektonischen und archäologischen Erbes einsetzt. Sie berät die UNESCO bei der Auswahl von Welterbestätten.
Die Tagung in München, die im Olympiapark stattfindet, wirft ein erstes internationales Schlaglicht auf die Bemühungen um den Welterbestatus. Das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS richtet sie zusammen mit der Landeshauptstadt München, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Landesgruppe Bayern der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL), dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verein „Aktion Welterbe Olympiapark“ aus. Unter Teilnahme zahlreicher internationaler Expert:innen beschäftigte man sich zwei Tage lang mit der architektur- und sportgeschichtlichen Bedeutung olympischer Anlagen der Moderne und setzte sich mit dem Potenzial dieser Sportstätten für eine Eintragung in die Welterbeliste der UNESCO auseinander.
September 2021
Der Bayerische Ministerrat beschließt, den Olympiapark zur Nominierung als Welterbe vorzuschlagen.
Jedes Bundesland durfte bis zum 31. Oktober 2021 zwei Vorschläge für Welterbestätten bei der deutschen Kultusministerkonferenz einreichen. Diese trifft daraus wiederum eine Auswahl und schlägt die ausgewählten Stätten dann der UNESCO vor. Bayern hat sich entschieden, das „Ensemble Olympiapark und Sportstätten der Olympischen Spiele 1972 in München“ und den Justizpalast Nürnberg ins Rennen zu schicken.
Bewerbung für Weltkulturerbe: Olympiapark nimmt wichtige Hürde - muenchen.de
Oktober 2021
Der Antrag wird bei der deutschen Kultusministerkonferenz eingereicht.
Der Olympiapark, der auf einem Trümmerberg des Zweiten Weltkriegs aufgebaut wurde, stehe für den Sieg einer neuen demokratischen Gesellschaftsordnung in Nachkriegsdeutschland, so Stadtbaurätin Prof. Elisabeth Merk. Als starkes Symbol für die Demokratie tritt der Olympiapark also in Konkurrenz mit zahlreichen weiteren Vorschlägen aus ganz Deutschland um die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste.
In unregelmäßigen, größeren Abständen nimmt die Kultusministerkonferenz neue Vorschläge auf diese Liste auf. Die Bewerbungen der Bundesländer müssen dabei mindestens ein Jahr auf der deutschen Liste stehen, bevor sie der UNESCO vorgeschlagen werden können. Zudem wird pro Jahr immer nur ein Vorschlag an die UNESCO weitergereicht.
Nachdem die deutsche Liste zuletzt 2014 ergänzt worden war, durfte jedes Bundesland bis zum 31. Oktober 2021 zwei Vorschläge einreichen, aus denen die Kultusministerkonferenz die geeignetsten für die deutsche Liste auswählt.
2022
Happy Birthday Olympiapark!
Nach 50 Jahren hat der Olympiapark nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. In einem umfangreichen Kulturprogramm und einer Sonderpublikation der Stadt München werden zum Jubiläum des Parks Impulse für die Zukunft gesetzt:

Markus Weinkopf
Dezember 2023
Der Olympiapark wird in die deutsche Vorschlagsliste zum UNSECO-Welterbe aufgenommen.
21 Vorschläge waren von den Bundesländern bei der Kultusministerkonferenz eingereicht worden, sieben davon haben es letztendlich auf die deutsche Liste geschafft - der Olympiapark in München ist einer davon! Er „setzt sich aus unterschiedlichen hervorragenden und größtenteils pionierhaften
Einzelleistungen zusammen“ lobt der Fachbeirat im Abschlussbericht den Park und bescheinigt ihm beste Chancen auf eine Anerkennung als Welterbe.
Von der deutschen Vorschlagsliste (Tentativliste) aus werden nach und nach Bewerbungen beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht. Jede Stätte muss mindestens ein Jahr auf der nationalen Liste stehen, bevor ein Antrag bei der UNESCO gestellt werden kann.
Seit 2024
Erarbeitung des Managementplans
Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung unter der Leitung von Stadtbaurätin Elisabeth Merk erarbeitet den für die Bewerbung zwingend vorgeschriebenen Managementplan. Der Verein Aktion Welterbe Olympiapark beteiligt sich dabei als Ideengeber und Begleiter insbesondere was die nicht-materiellen Werte des Bewerbungsverfahrens und entsprechende Projektentwicklungen betrifft.
1965 – 1967
1968 – 1972

Günther Grzmimek
Landschaftsarchitekt
»Der Olympiapark war immer als ein humaner Gebrauchsgegenstand für eine demokratische Gesellschaft gedacht. Im Grünen dieses Parks sollen die Stadtbewohner und die Gäste der Stadt spielen und sich wohlfühlen.«


1998
Der Olympiapark wird unter Denkmalschutz gestellt.
Keine 30 Jahre nach der Errichtung des Olympiaparks und der dortigen Sportstätten wird das gesamte Ensemble in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen:
„Das Ensemble Olympiapark umfasst die in dem künstlich gestalteten Landschaftspark zur Ausrichtung der XX. Olympischen Spiele der Neuzeit 1972 angelegten Sportstätten mit den sportlichen und funktionalen Nebeneinrichtungen, dem Olympiaturm, den Verkehrsanlagen sowie dem Olympischen Dorf.“
Das bedeutet, das künftig jede bauliche Maßnahme – selbst kleine – daran zu messen ist, ob sie die Gesamtwirkung dieses Ensembles stört oder bewahrt.
Oktober 2010
Der Münchner Stadtrat beschließt eine Rahmenplanung für den Olympiapark.
Unter der Überschrift „Perspektiven für den Olympiapark München“ dient diese Planung als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung des denkmalgeschützten Parks. Ziel ist es nicht nur, „die herausragenden Qualitäten des Olympiaparks und die Schönheit dieser einzigartigen Landschaft langfristig zu sichern“, sondern auch neue Grünflächen zu schaffen, die Anbindung an die umliegenden Stadtteile zu verbessern und nicht-kommerzielle Angebote für verschiedene Altersgruppen zu fördern.
2013
Die Idee vom Welterbe entsteht.
Die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft Olympisches Dorf e.V. wird gegründet.
Von der heute fast flächendeckenden Begrünung des Olympischen Dorfes ist nach Ende der Spiele noch nicht viel zu sehen. Stattdessen viel Beton mit Farbtupfern wie z.B. die sogenannten Medialinien, einem integrierten 1,6 km langem Orientierungs- und Leitsystem.
Außerdem ist der Quadratmeterpreis mit durchschnittlich 1875 D-Mark um 600 D-Mark höher, als ursprünglich geplant. Trotzdem beleben schon kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele neue Bewohner das Olympische Dorf. Bis heute ist es eine der beliebtesten Wohngegenden Münchens und belegt eindrücklich die erfolgreiche Nachnutzung des gesamten olympischen Areals.


2015
Der Olympiapark erhält ein »Gestaltungshandbuch«
Was macht das Design des Olympiaparks heute so unverwechselbar und ikonisch? Dieser Frage ging die Projektgemeinschaft stauss processform / Auer Weber Assoziierte GmbH auf den Grund, als sie von der Stadt München mit einem Gestaltungshandbuch für das denkmalgeschützte Ensemble beauftragt wurde.
Das Ergebnis ist selbst ein kleines Kunstwerk und – typisch Olympiapark – selbstverständlich für die Öffentlichkeit jederzeit einsehbar. 21 Konstanten wie z. B. Farbe und Architektur, aber auch Demokratie und Internationalität werden in dem Handbuch festgehalten . Sie gelten heute als Leitfaden für gestalterische Aufgaben im Olympiapark.
4. März 2016
ÖDP und DIE LINKE stellen einen Antrag zur Bewerbung des Olympiaparks als UNESCO-Welterbe.
„Der Olympiapark ist ein einzigartiges Ensemble, das die Aufnahmekriterien in die Welterbeliste der UNESCO in herausragender Weise erfüllt“, so der Antrag. Nach der Einreichung im Stadtrat wird der Antrag durch das Wirtschaftsreferat behandelt.
26. April 2016
Der Verein »Aktion Welterbe Olympiapark« wird gegründet.
Der Regisseur Gert Pfafferodt war Assistent von August Everding, als dieser während der Olympischen Spiele für das kulturelle Rahmenprogramm im Stadion verantwortlich war.
Als Hans-Jochen Vogel, der als Oberbürgermeister die Olympischen Spiele nach München geholt hatte, ihm von der Idee eines Vereins zu Unterstützung des Welterbeantrags erzählt, zögert Pfafferodt nicht lange. Er nimmt diesen Impuls auf und gründet den Verein, der das Anliegen in Politik und Öffentlichkeit einbringt.
Juni 2016
In einer Petition an den Stadtrat befürwortet die Einwohner-Interessen-Gemeinschaft e. V. die UNESCO-Welterbebewerbung für den Olympiapark.
„Der Olympiapark ist ein einzigartiges Ensemble, das die Aufnahmekriterien in die Welterbeliste der UNESCO in herausragender Weise erfüllt“, so der Antrag. Nach der Einreichung im Stadtrat wird der Antrag durch das Wirtschaftsreferat behandelt.

27. November 2016
Der Verein Aktion Welterbe Olympiapark präsentiert sich der Öffentlichkeit.
Mit einer Matinee im Volkstheater unter dem Titel „Ein Dach der Welt – warum der Olympiapark den Ehrentitel Weltkulturerbe braucht“ stellt sich der Verein der Öffentlichkeit vor. Als erster Redner erzählt Alt-Oberbürgermeister und Schirmherr des Vereins Hans-Jochen Vogel von der verrückten Idee aus dem Jahr 1965, die Olympischen Spiele nach München zu holen.
Für ihn und die weiteren Redner ist die Aufnahme des Olympiaparks in die Welterbeliste längst überfällig, ist das Ensemble doch von allerhöchstem Rang in der Architektur und Landschaftsgestaltung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als weitere prominente Unterstützer sind unter anderem der Literat Gert Heidenreich, der Schauspieler Michael Lerchenberg und die Wellküren mit dabei.
28. November 2017
Stadtrats-Hearing zum Antrag von Die Linke und ÖDP
Vor 45 Jahren hatte er seinen Platz im Münchner Rathaus geräumt, und als nun 91-Jähriger nimmt er nur noch wenige Termine in der Öffentlichkeit wahr. Doch heute lässt es sich Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel nicht nehmen, nochmals in den großen Sitzungsaal des Münchner Rathauses zurückzukehren. Als Schirmherr des Vereins „Aktion Welterbe Olympiapark“ möchte er sich dort persönlich dafür aussprechen, den Olympiapark als Welterbe vorzuschlagen.
Um sich über dieses Thema auszutauschen, sind Fachleute aus den Bereichen Denkmalschutz, Architektur, Stadtplanung und Politik an diesem Tag zusammengekommen. Der Stadtrat soll in Kürze beschließen, ob die Bewerbung angestrebt und die entsprechenden Unterlagen durch das Planungsreferat ausgearbeitet werden sollen. Die große Bedeutung des Olympiaparks bestreitet dabei niemand, doch man möchte vor allem vermeiden, dass der Park zu einem Museum wird.
April 2018
Der Münchner Stadtrat stimmt für die Bewerbung des Olympiaparks als UNESCO-Welterbe.
Vor zwei Jahren noch hatte die Skepsis überwogen. Am 18. April aber spricht sich eine breite Mehrheit innerhalb einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses für die Bewerbung aus. Am 25. April stimmt auch die Vollversammlung des Stadtrats in einem parteiübergreifenden Konsens zu. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird mit der Vorbereitung der Beantragung beauftragt.
Oktober 2019
Die Vorbewerbung wird beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst eingereicht.
Damit gibt die Stadt München unter Oberbürgermeister Dieter Reiter den Staffelstab an den Freistaat weiter: Nach Evaluierung durch einen Expertenrat wird der Bayerischen Ministerrat darüber entscheiden, ob er den Antrag bei der Kultusministerkonferenz des Bundes einreicht.
November 2019
ICOMOS-Tagung »Das Erbe der Olympischen Spiele der Neuzeit. Historische Sportstätten zwischen Konservierung und Konversion«
ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmäler und historische Stätten) ist eine NGO, die sich weltweit für die Erhaltung und den Schutz des architektonischen und archäologischen Erbes einsetzt. Sie berät die UNESCO bei der Auswahl von Welterbestätten. Die Tagung in München, die im Olympiapark stattfindet, wirft ein erstes internationales Schlaglicht auf die Bemühungen um den Welterbestatus. Das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS richtet sie zusammen mit der Landeshauptstadt München, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Landesgruppe Bayern der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL), dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verein „Aktion Welterbe Olympiapark“ aus. Unter Teilnahme zahlreicher internationaler Expert:innen beschäftigte man sich zwei Tage lang mit der architektur- und sportgeschichtlichen Bedeutung olympischer Anlagen der Moderne und setzte sich mit dem Potenzial dieser Sportstätten für eine Eintragung in die Welterbeliste der UNESCO auseinander.
Oktober 2021
Der Bayerische Ministerrat beschließt, den Olympiapark zur Nominierung als Welterbe vorzuschlagen.
Der Olympiapark, der auf einem Trümmerberg des Zweiten Weltkriegs aufgebaut wurde, stehe für den Sieg einer neuen demokratischen Gesellschaftsordnung in Nachkriegsdeutschland, so Stadtbaurätin Prof. Elisabeth Merk. Als starkes Symbol für die Demokratie tritt der Olympiapark also in Konkurrenz mit zahlreichen weiteren Vorschlägen aus ganz Deutschland um die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste.
In unregelmäßigen, größeren Abständen nimmt die Kultusministerkonferenz neue Vorschläge auf diese Liste auf. Die Bewerbungen der Bundesländer müssen dabei mindestens ein Jahr auf der deutschen Liste stehen, bevor sie der UNESCO vorgeschlagen werden können. Zudem wird pro Jahr immer nur ein Vorschlag an die UNESCO weitergereicht.
Nachdem die deutsche Liste zuletzt 2014 ergänzt worden war, durfte jedes Bundesland bis zum 31. Oktober 2021 zwei Vorschläge einreichen, aus denen die Kultusministerkonferenz die geeignetsten für die deutsche Liste auswählt.
2022
Happy Birthday Olympiapark!
Nach 50 Jahren hat der Olympiapark nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. In einem umfangreichen Kulturprogramm und einer Sonderpublikation der Stadt München werden zum Jubiläum des Parks Impulse für die Zukunft gesetzt:
50 Jahre Olympiapark – Impulse für Münchens Zukunft

Dezember 2023
Der Olympiapark wird in die deutsche Vorschlagsliste zum UNSECO-Welterbe aufgenommen.
21 Vorschläge waren von den Bundesländern bei der Kultusministerkonferenz eingereicht worden, sieben davon haben es letztendlich auf die deutsche Liste geschafft - der Olympiapark in München ist einer davon! Er „setzt sich aus unterschiedlichen hervorragenden und größtenteils pionierhaften Einzelleistungen zusammen“ lobt der Fachbeirat im Abschlussbericht den Park und bescheinigt ihm beste Chancen auf eine Anerkennung als Welterbe.
Von der deutschen Vorschlagsliste (Tentativliste) aus werden nach und nach Bewerbungen beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht. Jede Stätte muss mindestens ein Jahr auf der nationalen Liste stehen, bevor ein Antrag bei der UNESCO gestellt werden kann.
Seit 2024
Erarbeitung des Managementplans
Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung unter der Leitung von Stadtbaurätin Elisabeth Merk erarbeitet den für die Bewerbung zwingend vorgeschriebenen Managementplan. Der Verein Aktion Welterbe Olympiapark beteiligt sich dabei als Ideengeber und Begleiter insbesondere was die nicht-materiellen Werte des Bewerbungsverfahrens und entsprechende Projektentwicklungen betrifft.
1972 - 2015
2016 – 2020
2021 – heute
Der Olympiapark und zahlreiche damals entwickelte Designelemente stehen ikonographisch bis heute für das Streben nach Frieden, Demokratie und Verständigung zwischen den Menschen. Die Silhouette des Parks und insbesondere des Zeltdach wird zum Wahrzeichen Münchens und in den Jahren nach dem Olympischen Spielen gelingt hier etwas nahezu Einmaliges:
Der Olympiapark einschließlich der Sportstätten und des Olympischen Dorfs wird, wie von den Gestaltern vorgesehen, intensiv nachgenutzt – für den Breiten- und Profisport genauso wie als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen.

1972 begann die Geschichte –
Schreiben Sie sie mit uns weiter:
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